Angebot für Köttingen
und für Menschen darüber hinaus.
Ich bin für Sie da. Und das gleich doppelt:
o Als Politiker höre ich gerne zu, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben. Dabei kann ich nur besser werden und manchmal kann ich auch etwas erreichen.
o Als gelernter Berater: Über 30 Jahre habe ich Menschen in unterschiedlichen Lagen beraten. Das möchte ich auch Ihnen anbieten. Kostenlos und ohne jede Verpflichtung.
Wenn Sie Sorgen haben, wenn Sie nicht recht weiter wissen: Ich bin gerne für Sie da.
Ich höre zu. Das ist das Wichtigste. Manchmal löst sich viel dadurch, dass es gesagt wird. Und dass jemand mitdenkt, aufmerksam ist, die richtigen Fragen stellt. Oft entstehen dabei Ideen, wie es etwas besser werden kann.
Manches weiß ich auch oder kann mich informieren. Das gilt besonders beim Umgang mit Behörden.
Ich sichere Ihnen zu:
Ich bin verschwiegen.
Ob etwas nach dem Gespräch getan werden soll, besprechen wir. Ich tue nichts ohne Ihren ausdrücklichen Auftrag.
Das Angebot ist kostenlos. Sie verpflichten sich auch sonst zu nichts.
Warum ich das mache? Vor über vier Jahren bin ich zum direkten Vertreter für Köttingen (südlicher Teil) in den Rat gewählt worden. Das war für einen Grünen etwas Besonderes. Das Angebot ist auch ein Dank. Und: Ich habe das 34 Jahre beruflich gemacht. Ich tue es gerne. Und ich bin jetzt im Ruhestand und kann es für Köttingen anbieten.
Ich bin Sozialarbeiter, habe eine Zusatzausbildung zum systemischen Berater, Supervisor und Coach und 34 Jahre Erfahrung mit teilweise sehr besonderen Menschen. Dazu gehört auch die Erfahrung mit Sucht, Armut, Lebenskrisen. Daneben bin ich auch Begleiter von Straßenexerzitien.
siehe www.strassenexerzitien.de
Wenn Sie mit mir reden wollen, rufen Sie mich einfach an. Sie können mir auch eine Nachricht schreiben.
[email protected]
0157 30 37 39 75
Was heißt beraten?
Beraten ist unglaublich vielfältig. Das kann Hilfe beim Ausfüllen eines Antrages sein, beim Verstehen eines Behördenbriefes. Das kann auch das Zuhören bei Einsamkeit sein oder auch bei einem Nachbarschaftstreit. Und das immer mit dem Ziel, dass es besser, einfacher, wird.
Beraten kann aber auch in Richtung psychologischer Hilfe gehen. Hier sind Beispiele.
Sucht
Ein Paar ist heroinabhängig. Sie wollen da raus, sie wollen in Therapie und clean werden. Sie bitten um die Vorbereitung dazu.
Das mache ich gerne. Eine der ersten Fragen ist an den Mann: "Sie wollen, dass sich durch die Therapie sehr viel ändert. Was soll so bleiben, wie es ist?" Er versteht die Frage nicht. Alles soll sich anders werden. Ich versuche es nochmals: "Was ist wertvoll an Ihnen? Was soll sich in der Therapie nicht ändern?" Er weiß keine Antwort. Da bricht es aus ihr heraus: "Dinge jode Hätz, du Doof!"
Anna
Eine alte Frau, Anna, erzählt:
Ihre Mutter wurde umgebracht, als Anna ein Jahr alt war. Sie weiß nur wenig über sie. Das Thema war tabu: Die Mutter war verrückt gewesen.
Anna will nach ihrer Mutter forschen. Sie hofft etwas in den Archiven zu finden. Sie hat Angst vor dem, was sie finden wird und gleichzeitig davor nichts zu finden.
Was sie von ihrer Mutter weiß:
Der Vater war Bäcker in einem Dorf. Sie war die Bäckersfrau. Sie hatten vier Kinder. Ihre Mutter wurde irgendwann verrückt. Das ganze Dorf sprach über sie. Sie fuhr immer wieder nur mit einem Nachthemd bekleidet nachts mit einer Schubkarre Brot durchs Dorf.
Ihr Mann ging mit ihr zum Nervenarzt. Der wusste auch nicht weiter. Aber manchmal könnten Hormone etwas bewirken. Es wäre gut, wenn sie nochmals schwanger würde. Und so entstand noch ein Kind, Anna.
Anna hat nicht so gewirkt wie erhofft. Die Mutter blieb irre, lief weiter im Nachthemd mit der Schubkarre durchs Dorf. Also wird sie abgeholt und in die Psychiatrie gebracht und stirbt dort schnell.
Der Vater war im Krieg, verlor ein Bein, kam zurück ins Dorf und heiratete erneut. Die Stiefmutter erzählte immer wieder, dass die Kinder eine irre Mutter hatten und dass es Anna ja nur gibt, weil sie die Mutter heilen sollte. Und dabei habe sie versagt.
Beim Erzählen wirkt die alte Frau sehr klein, verletzlich und gleichzeitig hat sie den Mut dem allen nochmal nachzugehen.
"Das ist eine wunderschöne Geschichte," sage ich. "Darf ich sie nochmal erzählen?" Ich darf.
Ein Mann und eine Frau betreiben die Bäckerei im Dorf. Sie kennen jeden, denn jeder holt bei Ihnen Brot. Dann werden Lebensmittelmarken eingeführt. Sie dürfen nur noch an die verkaufen, die ihnen die Karten geben können. Es hat aber nicht jeder diese Karten. Wer mit den Nazis nicht zusammenarbeitete, kriegte eben keine. Juden schon gar nicht. Dabei war ja auf dem Dorf genug Brot da. Die Frau hätte gerne allen Brot gegeben, aber das wäre nicht lange gut gegangen. Was tun? Sie läuft im Nachthemd mit dem Brot in der Schubkarre durchs Dorf und bringt es denen, die keins haben. Die Bewohner des Dorfs halten sie für verrückt. Eine Tarnung.
Ihr Mann hätte das verhindern können. Er hätte ja einfach die Schubkarre wegsperren können oder das Brot. Offensichtlich war er einverstanden. Aber er wusste auch, dass die Situation so nicht lange zu halten war. Er geht mit ihr zum Nervenarzt. Und spätestens der weiß, was die Nazis mit Verrückten machen: Umbringen. Er weiß aber auch, die Nazis töten keine werdenden und keine stillenden Mütter. Also rät er zu einer Schwangerschaft. Spätestens da weiß deine Mutter, dass ihr Treiben lebensgefährlich ist. Aber die Verantwortung gegenüber denen ohne Lebensmittelkarten, gegenüber den Hungernden, wiegt schwerer. Sie macht weiter. Und als sie dich geboren hatte und nicht mehr stillte, wurde sie abgeholt und umgebracht.
Deine Mutter ist keine Irre. Die Zeiten waren irre. Deine Mutter ist eine Märtyrerin.
Und du bist nicht die, die nicht funktioniert hat. Du bist die, die ihr ein Jahr ihres Lebens geschenkt hat. Mehr kann man von einem Baby wirklich nicht erwarten.
Nach einem Jahr treffe ich sie wieder. Sie sagt, ihr Leben habe sich sehr geändert.
Kiffen
Er ist geistig sehr einfach gestrickt. Er arbeitet ab und zu als Umzugshelfer. Sein Traum: Ein Mofa. Aber er gibt das wenige Geld immer sofort aus für Haschisch. Er will nicht mit dem Kiffen aufhören, aber muss als Auflage einmal einen negativen Test auf Drogen abgeben. Er fragt, wie lange er dafür clean sein muss. (6 Wochen) Er weiß nicht recht, wie er das schaffen soll. Es gebe Tage, an denen er nicht kiffe. Er weiß nicht, wann es bleiben lassen kann. Ich gebe ihm eine Standardaufgabe: Machen Sie heute Abend eine Voraussage für morgen. Werden Sie morgen kiffen? Und morgen Abend schauen Sie, ob die Voraussage gestimmt hat. So ähnlich wie ein Wetterbericht. Und mit der Zeit wird die Voraussage immer besser und Sie wissen, was Ihnen beim Aufhören hilft.
Drei Monate später bittet er mich um einen Drogentest. Er ist clean. ??? Nein, er hat meine Aufgabe nicht gemacht. Er hat etwas besseres gemacht. Er hat ein Blatt an die Wand neben sein Bett gehängt. Er hat einen Tag nicht gekifft und einen Strich gemacht. Am nächsten Tag wieder und dann nochmal. Dann hat er wieder gekifft und die Striche durchgestrichen und wieder von vorne angefangen. Je mehr Striche er hatte, desto besser wurde die Motivation. Jetzt ist er clean. Und, nein, er werde nicht mehr kiffen. Das sei einfach Scheiße. Er kauft ein Mofa. Er wird als Umzugshelfer fest eingestellt. Es gehe ihm einfach viel besser als vorher. Er wirkt auch ganz anders. Ich freue mich einfach mit ihm.